Während der Schulzeit hatten wir in einer kleinen Jugendgruppe des DARC Ortsverbands Herne, OV O38, an der C-Lizenz gearbeitet.
Der
O38 war gerade neu gegründet worden, bezog gerade einen Clubraum im
nagelneuen Freizeithaus des Revierparks Gysenberg und war stark in der
Jugendarbeit.
Neben regelmässigen OV-Fuchsjagden wurde kräftig was für
die Ausbildung getan.
1977 habe ich zusammen mit einigen anderen Mitstreitern bei der damaligen Oberpostdirektion in Dortmund die Prüfung abgelegt und bekam das Rufzeichen DG4DI zugewiesen.
Im Jahr 1978 trat ich nach Abschluss der Schule in die Bundeswehr ein
und lernte dort weiter für die B-Lizenz.
Elke hatte inzwischen nachgezogen und auch die C-Lizenz gemacht (DG5DE),
das war ein Ansporn zum nächsten Schritt.
1979 bestand ich die B-Lizenz-Prüfung, damals mit 60 Zeichen pro
Minute CW, und bekam das Rufzeichen DL5DI zugeteilt.
(Elke zog ein Jahr später dann auch nach, bekam DL5DAS. Weiter
ging es nicht mehr).
Mein Hauptinteresse lag immer an der Bild- und Schriftübertragung.
Zu dieser Zeit brauchte man für diese Betriebsarten noch eine
Sondergenehmigung und bekam einen entsprechenden Vermerk in die Lizenzurkunde,
wozu man mindestens 1 Jahr lizenziert sein musste.
Es gab noch keine Computer für solche Dinge, man benutzte für
die Übertragung von Schriftzeichen ausgediente Fernschreibmaschinen.
Sie waren viele Kilo schwer, hatten einen schweren Motor wie eine Waschmaschine,
eine Fliehkraftregelung und nur Mechanik.
Sie liefen entsprechend laut, die Nachbarn klagten weniger über
Funkstörungen als über das laute Dröhnen des Fernschreibers.
( Mehr zur Entwicklung Digitaler Betriebsarten im Amateurfunk)
Der erforderliche Converter wurde selbst gebaut, ein Filterkonverter
nach DJ6HP, jedoch in 2-stufiger Ausführung mit 4-fach Operationsverstärkern.
Zuerst wurde ein Oszillograph als Abstimmanzeige verwendet, später
dann eine Eigenbau-LED Matrix-Anzeige mit A/D-Wandlern.
Viel später kam dann auch ein zweiter Converter dazu, ein PLL-Konverter
für UKW-Betrieb und eine Schaltung, die das Darstellen des Textes
auf einem Monitor erlaubte.
So konnte man dann schon lautlos und ohne Papierverbrauch mitschreiben,
musste den schweren Fernschreiber nur noch zum Senden und für Hardcopies
anwerfen.
Das Speichermedium für vorgeschriebene Festtexte und den wöchentlichen
OV-Rundspruch war ein Lochstreifen.
Er hatte nahezu unendliche Kapazität, denn man konnte sie einfach
hintereinander hängen.
Ein anderes Thema, was mich immer interessierte, war der aufkommende
Satellitenfunk.
Anfang der 80er Jahre waren schon einige Amateurfunk-Satelliten im
All, aber bisher schreckte mich immer das erforderliche Equipment ab.
70cm war etwas ganz seltenes, teures.
1981 hatten sowjetische Funkamateure eine ganze Reihe von Satelliten
auf einmal ins All geschossen (RS3 - RS8), die man mit wenig Aufwand ohne
70cm-Gerätschaften arbeiten konnte.
Diese Satelliten hörten auf 2m und sendeten im 10m-Band, die erforderlichen
Gerätschaften waren bei mir vorhanden.